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Archäologische Radtour 18.06.2017 Huysburg-Kloster Hamersleben-Dingelstedt

vom 9. Juni 2017 | von: | E-Bikes im Harz: E-Bike Blog | 0 Kommentare

Städt. Museum Halberstadt
Archäologie Halberstadt, d. 01. 04. 2017
F. Kunkel Mail: kunkel@halberstadt.de
Domplatz 36 Mobil: 0157/35145590
38820 Halberstadt Phone: 03941/551479

Die Interessengemeinschaft Harsleben und das Städt. Museum Halberstadt laden zur diesjährigen heimatgeschichtlichen – archäologischen Radtour am 18. Juni 2017 ein.

Die ca. 40 km lange Tour beginnt in diesem Jahr im Huy, vor der Huysburg deren älteste Anlage als fränkische Burg im 8. Jh. errichtet wurde und sich seit dem 11. Jh. zu einem Kloster wandelte. Nach einer Darstellung der bevorstehenden Strecke und einer kurzen Vorstellung der Huysburg führt der Weg zum ersten Ziel, dem Burgtal, einer 4 Hektar großen, früheisenzeitlichen Höhensiedlung mit noch erhaltenen Wällen der Befestigung. Am Röderhofer Teich und in der Feldflur an der Wüstung Ebecksdorf vorbei, ist das zweite Ziel Eilenstedt, ein Ort der im 12. Jh. kirchlicher Amtssitz im Bistum Halberstadt war und heute noch eine größere Anzahl denkmalgeschützter Gebäude aufweist. In der Dorfkirche St. Nikolai wurde 2010 eine romanische Chorschranke entdeckt, die zusammen mit anderen archäologischen Funden aus Eilenstedts Flur, darunter ein jungsteinzeitliches Erdwerk am Hennings- Holz, in einer kleinen Präsentation vorgestellt werden. Danach führt die Strecke durch den Ort und über die wenig befahrende nördliche Verbindung nach Schlanstedt mit der mittelalterlichen Burg „Castrum Slanstedde, 1349“, die zu Beginn des 17. Jh. das heutige Erscheinungsbild erhielt aber über den Dächern noch den alten Bergfried zeigt. Die Burg schützte und kontrollierte den Übergang über das Große Bruch. Sie gehörte bis 1344 den Regensteiner Grafen und danach dem Bischof von Halberstadt. Nach der Visite in Schlanstedt liegt vor den Teilnehmern ein längerer Weg bis zum ehemaligen Fährhaus Neudamm. Das kleine, im 16. Jh. mit dem Wegebau über das Bruch entstandene Vorwerk war vorher, im Mittelalter nur eine einsame Fährstelle über das Bruch. Im 18. Jh. gehörte es zur Domäne Schlanstedt. Übergänge über das Bruch gab es aber bereits in der Vorgeschichte. Davon künden eisenzeitliche bzw. römerzeitliche Bohlenwege, die vor fast 60 Jahren bei Dedeleben und Pabstorf entdeckt wurden. Sie verbanden damals die eisenzeitlichen Siedlungen des Nordharzes mit denen nördlich des Großen Bruches. Nach Neudamm führt die Radtour weiter über Neu Wegersleben zum Kloster Hamersleben. Das Vorgänger- Kloster von 1108 befand sich zunächst in Osterwieck, 1111 wurde es nach Hamersleben verlegt. Mit reichem Grundbesitz ausgestattet erbauten die Augustiner- Chorherren hier bis um 1140 eine dreischiffige, flachgedeckte Säulenbasilika mit Querschiff und dreischiffigem Chor. In der ersten Hälfte des 16. Jh. erhielten die Türme höhere Glockengeschosse und die Klausurgebäude wurden neu errichtet.
Eine freundlicherweise von Herrn Pfarrer Ludger Kemming zugesagte Führung wird den Teilnehmern der Radtour die Geschichte des Hamerslebener Augustiner- Chorherrenstiftes erzählen. Anschließend ist zur Stärkung in reizvoller Umgebung des mittelalterlichen Klosters eine Grillpause eingeplant.
Nachdem sich alle Radfahrer wieder erholt haben, führt der nächste Streckenabschnitt, mit einem kurzen Haltepunkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze bei Gunsleben, bis nach Aderstedt. In Aderstedt können die baulichen Reste und Gräben einer mittelalterlichen Wasserburg sowie der jüngere Gutshof besichtigt werden. Anschließend führt die Strecke über Eilsdorf, mit einem am südlichen Ortsrand gelegenen, heute nur noch als Hügel erkennbaren Rest einer alten Burgstelle, nach Dingelstedt. In Dingelstedt geht es zum Sportplatz, hier wurde 1925 ein 4000 Jahre altes, frühbronzezeitliches Grab gefunden, deren Deckplatte aber noch älter war. Die Deckplatte zeigt eine seltene jungsteinzeitliche, figürliche Darstellung, die ursprünglich auf einem aufrecht stehenden Stein zu sehen war und wahrscheinlich dem Totengedenken diente. Zuletzt geht es zum Raneckel, einem vorgeschichtlichen Grabhügel, der der letze von ursprünglich drei Dingelstedter Grabhügeln ist.

Nach den geltenden Versicherungen sollten bei der Radtour Fahrradhelme getragen werden.
Im Herbst, am 09. November 2017 um 19.00 Uhr findet in Harsleben in der Mehrzweckhalle eine Abendveranstaltung zur diesjährigen Radtour statt, zu der alle Teilnehmer und Interessierte eingeladen sind.

Termin, Treffpunkt, Dauer, Anmeldung und Teilnahmegebühr

Termin: Am Sonntag dem 18. Juni 2017 um 08.30 Uhr.
Treffpunkt, Start: Parkplatz vor der Huysburg
Tourendauer: 09.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr
Grillpause im Kloster Hamersleben
Teilnahmegebühr am Start: 10 Euro

Anmeldung
Bis 12. Juni 2017 im Städtischen Museum Halberstadt, Domplatz 36
Telefon Montag bis Freitag: 03941/551471
Telefon Samstag- Sonntag: 03941/551474
Anmeldung per Mail: staedtischesmuseum@halberstadt.de